"ROSMARIN - SHAMPOOBAR"

Im Handumdrehen schöne Haare

Unsere Haare sind das ganze Jahr über Sonne, Wind und Kälte ausgesetzt und brauchen daher besondere Aufmerksamkeit. Viele kämpfen mit schnell nachfettenden Haaren, Schuppen, Spliss oder glanzlosem Haar. Hier kann ein selbstgemachtes Shampoo helfen. Es verleiht dem Haar wieder mehr Glanz und führt Nährstoffe zu, die es braucht um kräftig und gesund zu werden bzw. zu bleiben. Das Rosmarinshampoo wird aus folgenden Zutaten zusammengerührt:

  • Hanföl

  • Kakaobutter

  • Stärke

  • optional: äth. Rosmarinöl*

  • optional: SLSA ☆

Du kannst natürlich auch ein anderes kaltgepresste Bio-Öl statt dem Hanföl verwenden.
Weiter unten findest du eine detailierte Beschreibung der einzelnen Zutaten. Aber zuerst einmal das Rezept für dich ☺

 

     Zutaten

  • 30g Hanföl

  • 12g Kakaobutter

  • 80g Stärke

  • Alkohol zum Desinfizieren

  • Silikonform/weithalsiges Gefäß

  • optional: SLSA ☆

  • optional: 4 Tr. äth. Rosmarinöl*

 

Zubereitung

  • Zu allererst müssen alle Arbeitsgeräte mit Alkohol desinfiziert werden

  • Kakaobutter im Wasserbad schmelzen (nicht höher als 35°C erhitzen)

  • In der Zwischenzeit Hanföl, Stärke, SLSA und Rosmarinöl gut vermischen

  • Sobald die Kakaobutter geschmolzen ist aus dem Wasserbad nehmen, mit den trockenen Zutaten vermengen und zusammenkneten.

  • Die Masse in die Silikonform drücken und eine Woche nachtrocknen lassen.

Verwendung

Je nach größe deines Barren kannst du dir entweder ein kleines Stück von der Form abbrechen, etwas anfeuchten und in die nassen Haare einmassieren oder gleich mit dem Barren die Haare shamponieren.

Optional kannst du deine Haare noch mit einer sauren Rinse (Apfelessig-Wasser-Gemisch) übergießen. Eine saure Rinse hilft, den pH-Wert der Haare wieder ins Gleichgewicht zu bringen und entfernt Rückstände, ohne die natürlichen Fette aus dem Haar auszuwaschen. Weiters versiegelt sie die Poren der oberen Haarschichten, was zu einem glatteren, weicheren und glänzenderem Aussehen führt. Sie wirkt antibakteriell und bringt Abhilfe bei Schuppen.

Als Alternative zur sauren Rinse kannst du auch Bier verwenden. Dieses pflegt und kräftigt trockenes, angegriffenes Haar, macht es geschmeidiger und bringt Glanz.

Hanföl

Der Hanf (cannabis sativa) gehört zur Familie der Hanfgewächse und zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. In Europa sind nur THC-freie Züchtungen erlaubt, weder Samen noch Öl enthalten daher THC.
Das Hanföl enthält Linolsäure und Linolensäure im optimalen Verhältnis von 3:1, was sich besonders günstig auf das Immunsystem und den Zellaufbau auswirkt. Durchschnittlich enthält das Öl 9% gesättigte Fettsäuren, 12% Ölsäure, bis zu 60% Linolsäure, bis zu 20% Linolensäure und 3% gamma-Linolensäure.
In der Naturkosmetik wird es gerne verwendet, da das Fettsäurespektrum dem unserer Haut sehr ähnlich ist und es deshalb schnell in die Haut einzieht. Verwendet wird es unter anderem für Salben, Cremen, Shampoos und Massageöle.

Als Alternative zu Hanföl und äth. Rosmarinöl kannst du auch ein selbstangesetztes Rosmarinöl verwenden. Dazu trocknest du Rosmarinzweige aus dem Garten, zerkleinerst diese und übergießt sie in einem Schraubglas mit einem kaltgepressten Öl deiner Wahl. Danach lässt du es vier Wochen stehen und fertig ist dein Rosmarinöl für dein Shampoo.

Kakaobutter

Die Kakaobutter wird aus den Kakaobohnen des Kakaobaumes hergestellt. Bei der Herstellung unterscheidet man wie beim fetten Öl zwischen kaltgepresster, unbehandelter und raffinierter, nachbehandelter Kakaobutter. Die kaltgepresste Kakaobutter ist blassgelb und duftet nach Schokolade, die raffinierte Kakaobutter ist fast weiß mit wenig bis keinem Schokoladengeruch. Kakaobutter gibt es pulverisiert, als Chips oder im Block zu kaufen.

Kakaobutter setzt sich durchschnittlich zusammen aus: 27% Palmitinsäure, 34% Stearinsäure, 33% Ölsäure, 2% Linolsäure und 0,5% alpha-Linolensäure.

Kakaobutter schmilzt bei 30-35°C (~Körpertemp.) und sollte nicht stärker erhitzt werden, da sie sonst wertvolle Inhaltsstoffe verliert. In der Kosmetik wird sie vor allem als Konsistenzgeber für Lippenpflegestifte, Körperbutter, Badepralinen etc. verwendet, aber auch als Wirkstoff bei sehr trockener, reifer, spröder und rissiger Haut.
Wenn du Kakaobutter für deine Kosmetik verwendest bedenke, dass diese im Hochsommer sehr weich werden kann, wenn es über 35°C bekommt. Für dieses Problem kann leicht Abhilfe geschaffen werden: der Kosmetik einfach einige Gramm Bienenwachs beimengen. So mache ich das auch bei meiner "Sommer"-Kosmetik.

Stärke

Stärke ist ein Mehrfachzucker, der zu den Kohlenhydraten zählt. Sie ist ein wichtiger Speicherstoff in pflanzlichen Zellen und wird z.B. aus Kartoffeln, Reis, Getreide und Mais gewonnen. Sie ist ein gutes Bindemittel und wird im Kosmetikbereich vor allem zur Bindung von Feuchtigkeit und Fett (Deos, Shampoo) eingesetzt oder als Füllstoff in Badebomben. Sie hinterlässt auf der Haut ein glattes Gefühl.

äth. Rosmarinöl*

Der Rosmarin wächst in mehreren Arten rund um das Mittelmeer. Je nach Lage und Klima bildet er verschieden Chemotypen aus, die sich in Inhaltsstoffen, Duft und Wirkung unterscheiden. Am weitesten verbreitet sind folgende Chemotypen:

  • Rosmarin CT 1,8-Cineol - bei diesem Öl ist Vorsicht für Menschen mit Hypertonie geboten

  • Rosmarin CT Kampfer - dieses Öl ist nur für erfahrene Therapeuten zur Anwendung geeignet

  • Rosmarin CT Verbenon - das sanfteste der drei Öle und kann daher ohne Bedenken angewendet werden

Die regelmäßige Anwendung unterstützt die Bildung von Haarfolikeln, nährt die Kopfhaut und beseitigt Schuppen. Weiters besitzt es antibakterielle Eigenschaften und kann die Hautstraffung fördern.

Rosmarinöl wirkt stark anregend und sollte von Menschen mit hohem Blutdruck nicht in der Badewanne bzw. Dusche angewendet werden, da das heißte Wasser die Wirkung noch verstärkt.

Beim Kauf äth. Öle sollte man auf einige Qualitätsmerkmale achten:

  • 100% naturreines äth. Öl

  • Pflanzenname und bot. Name

  • verwendetes Pflanzenmaterial (Rinde, Blätter, Wurzel etc.)

  • Anbauart (kba, Wildsammlung, Demeter etc.)

  • Herkunftsland

  • Produktionsmethode (Wasserdampf-Destillation, Kaltpressung)

  • Chargennummer

 

SLSA☆

SLSA ist auch unter der Bezeichnung Lathanol ® LOL bekannt und ist ein weißes, sehr feines Pulver, das aus Laurinsäure von Kokosöl und organischen Salzen aus Essigsäure hergestellt wird.
SLSA wird in der Naturkosmetik als Schaumbildner und Reiniger eingesetzt. Vor allem bei festen Shampoobars oder Bademousse wird es gerne beigefügt.

SLSA ist ein mildes, hautfreundliches Tensid, das die Haut nicht austrocknet und ein weiches Hautgefühl hinterlässt. Wem SLSA dennoch zu stark ist, der kann auf das noch mildere Tensid SCI (Sodium Cocoyl Isethionate/Pulver) umsteigen bzw. das Tensid einfach weglassen.

Vorsicht sollte geboten werden bei der Handhabung von SLSA. Da es sehr stark staubt und die Atemwege reizen kann, sollten empfindliche Personen einen Mundschutz tragen.

Ich wünsche dir viel Spaß und Erfolg beim Ausprobieren ☺

HINWEIS AUS RECHTLICHEN GRÜNDEN:

  • Meine Kräuter-Blogs basieren auf meiner Dipl. Kräuterpädagoginnen-Ausbildung, vertiefender Fortbildung und Erfahrungswerten. Sie sollen keinesfalls auffordern, sich selbst zu behandeln, eine ärztliche Behandlung oder Medikation abzubrechen oder sogar zu ersetzen.

  • Meine Aussagen über die Wirkungsweisen der einzelnen Zutaten, Kräuter und Rohstoffe sowie der aufgeführten Rezepte und Anwendungshinweise dienen nur zur Information.

  • Ich gebe keinerlei Heilversprechen zur Linderung und/oder Behandlung von gesundheitlichen Problemen und Erkrankungen ab und verspreche auch nichts Derartiges.

  • Wer gegen einen Inhaltsstoff allergisch ist, darf diese Pflanze/dieses Kraut natürlich nicht verwenden! Für die Verwendung in Schwangerschaft, Stillzeit, bei vorliegenden schweren Erkrankungen und für Kinder immer mehr Informationen einholen oder Deinen Arzt um Rat fragen‼️

  • Wer meine Rezepte oder Empfehlungen nachmacht, tut dies auf eigene Gefahr.

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Bei Kathiswerkstatt bekommt ihr Informationen über meine aktuellen Workshops und Kräuterwanderungen sowie viele DIY-Rezepte zum selber ausprobieren.

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